Natur und Seelenleben

„Die Natur erklären wir, das Seelenleben verstehen wir.“

Wilhelm dilthey

Wilhelm Dilthey, der Begründer der Geisteswissenschaften, grenzte mit seiner Theorie den menschlichen Geist von den uns bekannten Naturgesetzen ab. Mit seinen lebensphilosophischen Ansätzen zum menschlichen Denken und Fühlen wollte er diese – fernab vom damals vorherrschenden Naturalismus – nicht mehr über Naturgesetzlichkeiten erklären, sondern suchte nach der Eigengesetzlichkeit des Geisteslebens.

Weg von der Theorie zu meiner Interpretation, ist diese Philosophie absolut zeitlos und hat meine gesamte Denkweise geprägt. Gerade mir, die eher pragmatisch an viele Themen herangeht und für alles eine logische Erklärung sucht, ist klar geworden, dass es im menschlichen Dasein und in menschlichen Beziehungen nicht wichtig ist, jede Kleinigkeit mit allgemeingültigen Gesetzmäßigkeiten erklären zu können. Denn für das, wofür wir Erklärungen finden wollen, vermögen mir letztendlich auch zu urteilen. Wir wollen herausfinden, was am Denken und Fühlen eines Anderen verbessert werden kann oder wie man ihn oder sie in „die richtige Richtung“ leiten kann. Es ist jedoch nicht immer wichtig, auf das Gehörte antworten zu können, es ist wichtig, sein Gegenüber zu verstehen. Wir müssen den Menschen in unserem Umfeld nicht zwangsläufig erklären können, was sie falsch machen und was sie anders machen könnten, um sich besser zu fühlen, manchmal ist es nur wichtig, zuzuhören und zu verstehen. Denn gibt es ein besseres Gefühl als von einem geliebten Menschen verstanden zu werden?

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