Bild von Joselyn Tobinski

Du musst Dein Ändern

groß schreiben.

Wie mein Leitsatz zustande kam:

Bist Du schon mal auf das Zitat „Du musst Dein Ändern leben“ gestoßen? Laut Google scheint es von Rainer Maria Rilke zu sein, aber der hat ein Buch mit dem Titel „Du musst Dein Leben ändern“ geschrieben. Vielleicht ist es eine Art Parodie – man weiß es nicht. Ich weiß nur: Ich liebe dieses Zitat.

Es gibt uns einen so viel besseren Rat als „Du musst Dein Leben ändern“. Denn Dein Leben immer dann zu ändern, wenn Dir etwas nicht passt, macht Dich nicht gerade stärker und widerstandsfähiger. Wenn Du lernst, Dein Ändern zu leben – also das, was Du an DIR ändern willst, auch wirklich zu manifestieren und umzusetzen, dann weiß ich nicht, was Dich von Deinen Zielen abhalten könnte.

Aber wie bin ich jetzt zu meinem Leitsatz gekommen?

Eins ist klar: Es soll kein billiger Abklatsch meines Lieblingszitats sein. Tatsächlich ist es entstanden, als ich meinem Partner darauf hinwies, dass er das „Ändern“ groß schreiben muss, als er mein Lieblingszitat teilen wollte.

„Übrigens, Du musst Dein Ändern groß schreiben!“

Darauf folgten einige Sekunden Stille, während uns klar wurde, wie mehrdeutig und tiefsinnig dieser Satz ist. Genau so, wie ich es liebe! Ich sage nämlich oft Dinge, bei denen ich nicht genau weiß, ob ich sie sarkastisch oder ernst meine. Und lass es für alle Beteiligten (inklusive mir) auch gerne mal offen. Denn ist es so wichtig, alles genau zu erklären?

Meine Werte

Als Selbstständige wird so oft mit dem Wort „Werte“ auf Dich geschossen, dass Du instinktiv versuchst auszuweichen. Aber nachdem ich lange Zeit vollkommen meinen Fokus verlor und total unzufrieden mit mir und meiner Arbeit war, hab ich doch gemerkt: Ich brauch Werte, die ich leben und nach außen kommunizieren kann!

Also, here they are:

  • Ehrlichkeit

Nein, das hier ist kein Zitat aus einem Tinder-Profil, das ist mir tatsächlich am wichtigsten. Sag mir, was Dir passt und was Dir nicht passt, was Du willst und nicht willst, oder wenn Du gar nicht genau weißt, was Du eigentlich willst. Mit mir kann man über alles reden und ich bin keine Werbeagentur, die für nichts und niemanden Zeit erübrigen kann.

  • direkte Kommunikation

Eng verbunden mit Wert 1 ist auch die direkte Kommunikation, die ich mir sehr wünsche – ja, sogar fordere! Es nützt uns nichts, wenn wir zwar ehrlich zueinander sind, aber alles in un- oder missverständliche Worte verpacken.

  • Wertschätzung

Wir beide sind Menschen, die mit unserer Arbeit Erfolg haben wollen. Aber wir beide sind auch Menschen, die ihr Herzblut opfern, um gute Ergebnisse zu erzielen und den Spaß an der Sache zu behalten. Was nicht fehlen darf, wenn mehrere Menschen zusammenarbeiten, ist Wertschätzung. Wertschätzung für die Zeit, die wir investieren, für das, was hinter einem Beruf steckt (nämlich UNS), für alles, was wir bereit sind zu geben, um aus einer Arbeit das Beste herauszuholen.

Von der Texterin zur Autorin

Ich habe mich im November 2020 neben dem Studium selbstständig gemacht. Ganz ehrlich? Ich habe mir gar nicht viel dabei gedacht. Ich wollte einfach nur von Zuhause aus Geld verdienen, da ich es zeitlich neben Studium und Familie nicht geschafft hätte, irgendwo hinzufahren.

Und dann habe ich all die wundervollen Menschen kennengelernt, die mich inspiriert, motiviert haben und die mir gezeigt haben, dass es tatsächlich möglich ist, ganz nach seinen Vorstellungen zu leben und sich nicht durch einen Beruf einschränken zu lassen. 

Ich habe gemerkt, wie viel Spaß und Erfüllung es mir gibt zu schreiben und meinen Arbeitsalltag ganz für mich allein zu planen und zu strukturieren. Texten, Content-Strategien, Marketing und Social Media wurden zu meinen Alltagsaufgaben als Selbstständige. Und ich habe es gehasst. Der Druck, jeden Tag und ständig Leistung zu bringen, hat mich in den Wahnsinn getrieben. Anfangs hat es Spaß gemacht, doch als der Hyperfokus verschwand und der Alltag an der Tür klopfte, hab ich ganz schnell die Freude daran verloren. Ich verlor mich im Kopfchaos, hatte Existenzängste und trotz guter Auftragslage blieben mir die Kund*inne aus. Und heute weiß ich den Grund dafür: Es war nicht das Richtige für mich.

Nach einer monatelangen, unfreiwilligen Pause wurde bei mir schließlich ADS und ein Erschöpfungssyndrom festgestellt. Obwohl ich der Meinung war, ich hätte mir so viel Zeit für mich selbst genommen, habe ich das nicht bemerkt. Mir war klar, dass etwas in meinem Kopf nicht stimmte, und die Diagnose kam auch nicht sehr überraschend. Aber das es doch so weit gekommen ist und dass ich nun den Grund für mein zeitweise unerträgliches Kopfchaos gefunden habe, hat mich Vieles überdenken lassen. Ich möchte herausfinden, was mir wirklich Freude bereitet und mich erfüllt.

Und dann habe ich die Doku über J.K. Rowling gesehen. Sie hieß „Ein Jahr mit J.K. Rowling“. Als sie in ihrem alten Kinderzimmer stand und ihre eigenen Bücher in dem Regal eines Kindes entdeckte, stiegen mir Tränen in die Augen. Das will ich auch! Mir war schon immer klar, dass ich eine Begeisterung für Kinderbücher habe und eines Tages selbst eines schreiben wollte. Aber wieso habe ich damit nicht schon längst begonnen? Weil mir das Vertrauen in mich selbst fehlte. Kein Wunder, mit ADS verliert man schnell das Interesse an einer Sache oder findet keine ausreichende Motivation, um ein Projekt zu Ende zu bringen. Aber ein Buch muss keine Erwartungen erfüllen. Es muss nicht an Tag X fertig sein. Es muss auch nicht das Thema behandelt, dass sich jemand anderes wünscht. Natürlich wäre es wünschenswert, wenn meine Bücher gut ankommen und ich es schaffe, dass meine Leser*innen in meine Welt eintauchen. Aber nichts ist ein Muss! Und das finde ich wunderbar.

Joselyn Tobinski vor einem Frankfurter Hochhaus
Das bin ich in Frankfurt auf dem Weg zur Buchmesse 2021.

Wenn Du also mehr von mir lesen willst, abonnier meinen Newsletter und hol Dir Updates zu neuen Beiträgen über meinen Weg zum 1. Buch!